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Wie läuft man einen Halb-Marathon mit nur 6 Wochen training?

Die Antwort ist, am besten überhaupt nicht und dennoch schaffte ich es. Vor sieben Wochen, es war ein schöner Spätsommertag, saß ich mit Lloyd für ein Biere auf der Terrasse. Es war gerade noch warm um mit einem T-Shirt und einem Bier draußen zu sitzen. Lloyd startete vor einigen Jahren mit Triathlon war aber zurzeit in ein Projekt vertieft welches im zu viel Zeit abverlangte. Das war das erste Mal seit guten sechs, wenn nicht sogar acht Wochen her, als wir uns das letzte Mal für ein paar Biere trafen. Seit langem war ich bereits auf der Suche nach einer Ausrede wieder mit Sport beginnen zu können. Ich weiß, normalerweise ist es anders herum und dennoch motivieren mich Ziele und so kam es, dass er mir nach bereits guten fünf-sechs Bieren über seine Teilnahme bei einem Halb-Marathon erzählte. Laufen ist für mich vergleichbar mit einem Kater. Du willst den Tag nicht im Bett verbringen aber Du hast null, also absolut überhaupt keine Motivation aktiv zu werden. Und das ist das gute, wenn man ein Paar Degenberg Weissbier zischt, wirklich blöde Ideen klingen super und so kam es dass ich wiederholend fragte: Wann ist der Lauf? In sechs Wochen?
Nachdem Loyd meine Frage mit einem Nicken beantwortete, schoss es wie aus einer Pistole geschossen heraus: Ok, ich bin dabei!
Man, ich kann euch sagen. Ich war so motiviert! Endlich wieder Power zu bekommen und fit zu sein. Was für eine tolle Vorstellung.

Ich trat beim Wettkampf nicht an um einen goldenen Blumentopf zu gewinnen und so googelte ich erst gar nicht nach dem effizientesten Trainingsplan, sondern erdachte mir meinen eigenen.

Die Selbstüberschätzung kommt vor dem Fall.
Vor 20 Jahren, und ja ich höre bereits meine eigene Ironie heraus, war es für mich unvorstellbar, dass jemand keine 5 km laufen könnte. Das sind doch nur fünf, richtig? Mein Trainingsplan sah vor über den Zeitraum von 4 Wochen jede Woche 5 km mehr zu laufen und natürlich mit 5 km anzufangen, denn das kann schliesslich jeder, wie ich dachte. Nach vier Wochen sollte mein Ziel sein 20 km am Stück zu laufen um in der fünften Woche an Geschwindigkeit zu trainieren und in der sechsten Woche einen entspannten Interwall Lauf hinter mich zu bringen.

Die Realiät war sehr ernüchternd. Am ersten Tag schaffte ich 1.6 km zwei Tage später ganze 2 km und weitere 2 Tage später brach ich nach einem km vor schmerzen ab und kurierte anschließend 4 Tage meinen Muskelkater aus. Wow, das war Scheiße. Meine Motivation war ungebrochen, das war kein Thema für mich aber mein Trainingsplan benötigte eine massive Korrektur.
2. Woche
Nach meiner viertägigen Erhohlung ging es super. 3.6 km über meine Geschwindigkeit sprechen wir erst gar nicht. Das blendete ich zu dieser Zeit genauso aus wie jetzt gerade. Am ende der zweiten Woche hatte ich meine 5 km. Laufen war nach wie vor das langweiligste was ein Mensch an Sport machen und dennoch war es großartig. Meine Vergangenheit war voll mit Erinnerungen über toplevel Adrenalin Sportarten wie MTB Downhill, Trial, Surfen und so weiter und dennoch freute ich mich fast jeden zweiten Tag laufen zu gehen. Keine Sorge, Laufen ist immernoch f******* langweilig. Doch ich schloß vor kurzem ein Abo über Hörbücher ab und hatte bereits 3 auf meinem Handy die ich hören musste. Zu Hause, oder unterwegs ist es unmöglich für mich. Kaum höre ich etwas interessantes schon springt mein Kopf an und verknüpft die gelernte Information mit etwas was ich arbeiten, googeln muss oder mich sonstwie ablenkt. Mit einer Ausnahme: laufen. Der wahrscheinlich langweiligste Sport der Welt setzt sogar mein Gehirn mal auf Enspannungsmodus. Unter uns, das ist meine wahre Laufmotivation.
3. Woche
Die dritte Woch verlief wie geplant ich erreichte mein 5 plus 5 km.
4. Woche
Ebenso wie meine vierte Woche in der ich erstmal in meinem Leben 15 km lief.
5. Woche
Meine Motivation hielt sich so langsam in Grenzen. Ich stellte fest dass meine Knie zwischen 1,5 und 2 Stunden anfangen zu schmerzen und wer wie ne Schnecke läuft, hatte eine Pace von 7 zu 8 brauchte also 7 bis 8 minuten für jeden Kilometer. Ihr könnt ich vorstellen, meine Motivation noch länger zu laufen, war nicht gerade super groß und so kam es, dass sich noch ein wesentlich größeres Problem einstellte. An meinem ersten Lauftag in Woche fünf hilt ich 14 km durch, 2 Tage später 16 km, wieder zwei Tage später 15 km und ich fühlte wie ich total am Ende war. Am Samstag in der Woche fünften Woche schaffte ich mit müh und not 17 km. Normalweise würde ich sagen: Passt doch. Mit Adrenalin am Renntag nur 4 km mehr und das Ding würde positiv abgeschlossen. Leider, wie gesagt, Laufen ist kein Adrenalin Sport für mich, Laufen im Schneckentempo noch weniger und ich fühlte wie ich Total am Ende meiner körperlichen Recoursen bin. 4 mehr km wenn ich die ganze vorherige Woche gerade einmal 2 km Steigerung schaffte? Nicht möglich sagte meine Logic. Zum Glück trat ich nicht an um einen goldenen Blumentopf zu gewinnen sondern für mich selbst und so nahm ich es gelassen.
Woche 6
Nur noch 7 Tage bis zum Lauf. Mein Plan war klar, Montag und Mittwoch ab in die frische Luft trainieren gehen und die restlichen drei Tage Couching. Mein Trainingsplan am Montag sah vor die mindestens 17km zu meinen Eltern zu laufen und mich anschließend nach Hause fahren zu lassen. Der Tag war einfach zu schön um voll durch zu arbeiten und so kam es, dass ich bereits um 2 Uhr nach Hause ging um dann direkt zu meinen Eltern zum Abendessen laufen zu. Antje, meine Freundin befand sich auf einer Geschäftsreise und ich hatte so richtig Lust auf Muttis Küche. Die ganze Zeit, während des Laufens, hatte ich das Gefühl etwas vergessen zu haben. Vielleicht kennt Ihr das, immer im Hinterkopf dieses ungute Gefühl zu haben. Der Lauf war ok, Wetter nach wie vor top aber zum ersten Mal seit langem hatte ich kein Hörbuch an. Ich konnte mich einfach nicht darauf konzentrieren und dann kam es, Scheisse! Ich checkte meine beiden Hosentaschen und Westentaschen und wieder. Scheisse, mein Schlüssel ist nicht da. Heute muss ich drüber lachen was ich doch für eine Kreatur von Gewohnheiten bin. Dadurch, dass ich zu früh nach Hause kam und begeistert war zu meinen Eltern zu gehen legte ich den Schlüssel auf den Küchentisch anstelle ihn am Schlüsselbrett zu haben und als ich das Haus verließ, sah ich keinen Schlüssel dort hängen also dachte ich wohl oder auch überhaupt nicht, dann werde ich den Schlüssel wohl schon eingesteckt haben und klick, da Schloss die Tür hinter mir bereits zu.
Immer noch am Weiterlaufen überlegte ich: Durch einen Freund wusste ich es gibt Feierabendzuschläge beim Schlüsselnotdienst. Antje war nicht und so blieb nur die Lösung des einen Schlüsseldienst zu beauftragen. Ich seufzte tief und kehrte um und lief zurück. Ich hatte bereits 9,5 km hinter mir mit einer Pace von 7,5 wenn ich zu Hause ankomme werde ich wohl eine Pace von 8 haben. Also ca. 1 Stunde und 15-20 Minuten. Ich lief noch eine Weile und durch die Rage die ich in mir hatte verliefen die Zeit wie im Fluge. 25 Minuten später nahm ich mein Handy heraus googelte Schlüsseldienst in Allschwil und klickte auf den zweiten Eintrag die Firma Blaser Schlüsseldienst. Bei Suchergebnissen gewöhnte ich mir irgendwann einmal an, immer die zweite Firma zu buchen nach den regelmäßig besseren Angeboten vom 2. bekam und da ich immer noch am Laufen war, hatte ich keine große Lust herum zu experimentieren. Vom Timing war es auch perfekt. Ich kann euch nicht erzählen wie Platt ich war als ich nach Hause kam. Keine 5 min war mein Schlüsselnotdienst vor der Türe und keine 20 Minuten Später saß ich im Auto zu meinen Eltern um die leckere Hausmannskost zu genießen. Aber 19 km, man war ich platt, aber auch ein bisschen Stolz. 19 km, das schaffte ich noch nie! Ok, ich war immer noch lahm wie eine Schildkröte aber immerhin. Für den Mittwoch plante ich einen gemütlichen Lauf, 17 km wurden es ohne Stress, ohne quälen und dann Couching bis Sonntag.
Zu der Frage wie läuft man einen Halb-Marathon mit nur 6 Wochen Training? Als Anfänger sehr schlecht, wenn man überhaupt nicht trainiert ist! Meine Zeit für 21 km waren 2 Stunden und 26 Minuten. War ich begeistert? Absolut, die Wette gegen mich war gewonnen. In weiser Voraussicht bestellte ich bei online beim Getränkehandel.eu mein 1548 Weissbier und die Gartenparty ging los.